Erneuerbare 2011 bereits zweitwichtigste Energiequelle
Erneuerbare Energien werden absehbar schon in diesem oder im nächsten Jahr zur wichtigsten Quelle der Energieerzeugung in Deutschland werden. Dies wird aus vorläufigen Berechnungen deutlich, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vorgelegt hat. Demnach wurde 2011 mit Hilfe der regenerativen Energien mehr Strom erzeugt als mit Atomkraft und der Verbrennung von Steinkohle. Der Anteil der Erneuerbaren Energien stieg binnen Jahresfrist um mehr als 21 % auf 19,9 % (2010: 16,4 %). Nur aus Braunkohle wurde mit einem Anteil von 24,6 % noch mehr Strom generiert. Die Atomkraft lieferte infolge des Atomausstiegsbeschlusses nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima wegen der Abschaltung von 8 deutschen Kernkraftwerken lediglich noch 17,7 % (2010: 22,4 %).
Selbst wenn sich die Zuwachsrate nicht wie bisher erhöhen sollte, sondern bei 3,5 % der Energieerzeugung pro Jahr bliebe, wäre der von der Bundesregierung für 2020 angepeilte Anteil der Erneuerbaren von 35 % bei gleich bleibender Gesamtmenge ohne weiteres Zutun bereits im ersten Halbjahr 2016 erreicht. Rechnerisch wäre dann spätestens 2035 die Marke von 100 % Erneuerbarer erreicht. Wenn sich der Ausbau bei fallenden Preisen weiter beschleunigen sollte, ist dies allerdings auch entsprechend früher möglich.
Den größten Anteil an der erneuerbaren Energieerzeugung hatte auch 2011 die Windenergie. Gegenüber dem Vorjahr stieg deren Anteil an der Stromerzeugung den vorläufigen Berechnungen des BDEW zufolge von 6,0 auf 7,6 %. Der Biomasseanteil lag bei 5,2 %. Photovoltaik trug mit 3,2 % erstmalig mehr bei als Wasserkraft, die wegen trockener Monate nach 3,3 % im Vorjahr 2011 auf 3,1 % kam. Der übrige Anteil des erneuerbaren Stroms von 0,8 % entfiel unverändert auf Müllkraftwerke.
Laut Hermann Albers, dem Präsidenten des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE), sind diese Zahlen zwar als Zeichen dafür zu werten, „dass wir auf einem guten Weg in Richtung der Umstellung unserer Energieversorgung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien sind“. Dafür seien aber auch weitere Anstrengungen wie Netzausbau und die Schaffung einer anderen Struktur im Strommarkt, die den erneuerbaren Energien gerecht werde, vonnöten.
