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Starker Anstieg bei der Direktvermarktung von Windstrom

Direktvermarktung WindstromAufgrund der steigenden Strompreise wird die Direktvermarktung von Windstrom zunehmend zu einer attraktiven Option für Windpark-Betreiber. Unter Direktvermarktung versteht man dabei, im Gegensatz zur festen Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die Veräußerung des vom Anlagenbetreibers erzeugten Stroms an Dritte. Beispielsweise ist es möglich, dass bei einem Verkauf des Stroms über die Börse Spotmarktpreise erzielt werden, die über den EEG-Vergütungssätzen liegen. Zurzeit wird die Möglichkeit der Direktvermarktung insbesondere dann attraktiv, wenn die 2. Vergütungsstufe des EEG erreicht wird. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Börsenpreise für Strom über den EEG-Vergütungssätzen liegen. Darüber hinaus wird die Bedeutung der Direktvermarktung auch aufgrund der zunehmenden Anzahl von grünen Stromanbietern weiter zunehmen.

Um einen Überblick über die aktuelle Relevanz der Direktvermaktung für Windenergiebetreiber zu geben, wird auf die Auswertungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) hierzu verwiesen. Demnach wurden im Jahresverlauf 2009 rund 205 MW Windstrom direkt vermarktet, was einem Monatsdurchschnitt von rund 17 MW entspricht. Zwischen Januar und Dezember 2010 wurden insgesamt 837 MW Windstrom direkt vermarktet, der Monatsdurchschnitt beträgt somit rund 70 MW.

Für das Jahr 2011 liegen die Werte Januar bis Mai bereits vor. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 4.182 MW Windstrom direkt vermarktet, was einem Monatsdurchschnitt von rund 836 MW entspricht. Das heißt, die bisherigen Ergebnisse im Jahr 2011 weisen auf einen deutlichen Anstieg bezüglich der Direktvermarktung von Windstrom hin. Der Durchschnittswert pro Monat für die direkt vermarktete Leistung wurde in den ersten Monaten des Jahres 2011 gegenüber 2010 mehr als verzehnfacht. Die installierte Gesamtleistung aus Windenergie betrug Ende 2010 rund 27.204 MW. Das bedeutet, durchschnittlich wurden rund 3,1 % dieser installierten Leistung in den ersten Monaten des Jahres direkt vermarktet. In der Tendenz zeigt dies, dass die Aktivitäten im Bereich Direktvermarktung sich ausweiten und die Akteure mittlerweile über erste Erfahrungen in diesem Bereich verfügen.

Es sind verschiedenste Aktivitäten der Marktakteure zu beobachten, die auf einen weiteren Ausbau der  Direktvermarktung von Windstrom hinarbeiten. Neben den Interessen der Betreiber an einer Direktvermarktung ist derzeit seitens der Kommunen zu beobachten, dass diese die Anforderung stellen, den in ihrem Gebiet erzeugten Windstrom direkt nutzen zu wollen.

Quelle: Text und Grafik: BMU-Studie "Vorbereitung und Begleitung der Erstellung des Erfahrungsberichtes 2011 gemäß § 65 EEG"